Allgemein, CDT 2016

Etappe 30: San Pedro & Rio Chama Wilderness

Fr., 20.05.2016 / 24,5 Meilen

Pfui ist das kalt und vor allem nass hier oben. Und dann muss ich auch noch nachts pinkeln! Ewig liege ich im Zelt und kann mich nicht aufraffen. Aus dem Schlafsack raus, warme Socken aus, barfuß in nasse Schuhe rein usw…
Nachdem ich hundert Mal an den Satz aus dem Wanderführer: „If you have to pee, go pee!“ (Wenn Du pinkeln musst, geh pinkeln!) gedacht habe, raffe ich mich auf.
Morgens, wer hätte das gedacht, ist es immer noch furchtbar kalt und alles ist nass.
Die Jungs starten kurz vor uns und wir treffen sie erst wieder nach 2,5 Stunden an der ersten Wasserquelle. Dort trocknen wir unsere Schlafsäcke und ich mache mir einen leckeren Bagel mit Frischkäse, Käse und frischer Tomate! Der Hammer!
Morgens steigen wir 1000 m ab und es wird merklich wärmer. Vom Winter geht es runter zum Frühling, und pünktlich zum bevorstehenden Aufstieg geht es durch den Sommer.

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400 Meter schleppen wir uns hoch, um dann wieder knapp 700 Meter abzusteigen.

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Nach 18 Meilen wollen wir eigentlich an einem Bach Pause machen und kochen, aber leider ist er trocken. Unsere Flaschen leider auch. Also noch drei trockene Meilen weiter, und dann gibt’s endlich Essen und Wasser. Die Jungs haben wir lange nicht mehr gesehen, und Greg in Wild trifft kurze Zeit nach uns am Wasser ein.

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Frisch gestärkt treten wir die letzten Meilen an. Wir haben mit den Jungs ein Camp vereinbart. Eigentlich dachten wir, es seien nur noch 2-3 Meilen, aber leider werden es 6,5 Meilen, die wir etwa um 20 Uhr geschafft haben.
Wir schlafen auf 1950 m und es ist zum Glück trocken und nicht allzu kalt. Dazu noch Vollmond, weswegen wir uns fürs Cowboy Camping unter freiem Himmeel entscheiden.
Hier liege ich nun. Entfernt höre ich die Jungs schnarchen, der Mond scheint und die Sterne funkeln.
Gute Nacht!

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3 Kommentare on “Etappe 30: San Pedro & Rio Chama Wilderness

  1. Liebe Moni,
    24,5 Meilen….Ehrfurcht kriecht mir den Rücken hoch um sich dann als schlechtes Gewissen direkt in meinem Gehirn zu manifestieren…….
    Ich hab heute grad mal 6 km mit dem Fahrrad geschafft. Das Wochenende über erfolgreich zwischen Terrasse und Couch vor mich hin vegitiert.
    OK da war noch ein 1 stündiger Spaziergang und jetzt tun mir auch schon die Finger vom tippen weh.
    Aber irgendwie bekommt man beim Lesen ein schlechtes Gewissen. Was vermutlich daran liegt, dass tief in uns halt immer noch der mammutjagende, beerensuchende Neandertaler schlummert.
    Wobei beim ein oder anderen schlummert der Neandertaler ja auch nicht mehr. Das ist aber ein anderes Thema.
    Was mich aber wieder auf die eigentliche Frage zu dieser Etappe bringt.
    Horse oder Hiker? wo seid ihr lang?

    LG

  2. Ich sag ja immer: von einem schlechten Gewissen hat niemand was! Vielleicht denken wir einfach bei unserer nächsten Wanderung an Simone-Cheesy (schade, kein Gewinnspiel ;-() und nehmen ihre Leistung bei den ersten Anzeichen von leichter Erschöpfung als Ansporn ausnahmsweise nicht zu jammern. Wie beruhigend, dass hier in der deutschen Zivilisation die nächste Wasser-, Cola- oder Bierzapfstelle immer so nah ist! Dieses ichweißnichtwannichwiederfrischesWasserzutrinkenbekomme finde ich ganz schön beängstigend.
    Das nenn ich Grenzerfahrungen!
    Durchalten, Simone, es geht alles gut. Ganz sicher!

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