Mo., 11.07.2016 / 27 Meilen

Wir sind in Wyoming! Unglaublich, aber wahr! Ich habe Colorado überlebt!

Kalt ist es morgens, als wir losgehen. Die Jungs sind wieder schneller als ich, und ich habe schlecht geschlafen. Etwa 14 Meilen sind es bis zur Grenze, und ich schiebe mich langsam voran. Nach etwa 1,5 Stunden merke ich, dass ich mein Handy verloren habe und breche in Panik aus. Mein Handy ist meine Kamera, mein Navigator, mein Wecker, mein Notizbuch, mein Computer….
Völlig verzweifelt laufe ich zurück, und zum Glück finde ich es schon nach 100 Metern wieder! Aber der Schock sitz mir in den Knochen.

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Ein Stück weiter treffe ich ein älteres CDT-Wanderpaar, dass ich noch nie getroffen habe. Sie erzählen mir, dass Allgood und Maverick vor etwa 15 Minuten hier vorbei gekommen sind und die 36 Meilen bis zum Highway heute machen wollen! Das packe ich nicht. Jetzt bin ich richtig verzweifelt und verärgert! Warum machen sie solche Pläne ohne mich und rennen davon? Normalerweise bin ich maximal fünf Minuten hinter ihnen.
Ich versuche mich zu beruhigen, aber ich bin völlig aufgelöst. Dann beschließe ich, bis 8:30 Uhr zu laufen und danach eine Pause zu machen. Egal, ob ich sie treffe, oder nicht! Normalerweise machen wir die letzten Tage etwa alle zwei Stunden eine kurze Pause.
Als ich um eine Kurve zu einem kleinen Bach komme, treffe ich die beiden! Sie waren nur fünf Minuten vor mir dort und sagten nur zu dem Pärchen, dass es schön wäre, wenn wie die 36 Meilen schaffen würden… Ich war so angespannt und verärgert, dass ich in Tränen ausbreche. Allgood nimmt mich in den Arm und versichert mir, dass sie mich niemals zurück lassen würden. Unglaublich, wie man sich mit schlechter Laune in etwas hereinsteigern kann!
Nach unserer Pause bleibt Maverick bei mir, und wir unterhalten uns ein bißchen. Das tut unglaublich gut!
Plötzlich entdecke ich ein großes schwarzes Tier und denke, ich sehe mein erstes Wildpferd. Aber es ist ein Muli, zusammen mit zwei anderen und zwei Reitern. Wir unterhalten uns mit Dan und Kricket und erkennen sie sogar wieder! Sie haben uns in Grand Lake mit  ihrem Anhänger zur Post gefahren, als sie mich humpelnd mit meinem Paket vor dem Hostel getroffen haben. Sie haben vor, den CDT durch Colorado zu reiten.

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Um 12 Uhr kommen wir zur Grenze von Colorado und Wyoming! Natürluch mit einer ordentlichen Fotosession!

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In Wyoming wird der Weg etwas schwieriger, und wir müssen über viele umgefallene Bäume klettern. Dann kürzen wir auf einer Forststraße ab.
Vor unserem letzten Anstieg machen wir oberhalb eines schönen Sees nochmal Pause und die Jungs machen ein Nickerchen.

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Ab hier ist mir ein bißchen schwindelig, und mir läuft es kalt den Rücken runter. Ansonsten fühle ich mich gut. Ich nehme Elekrolyte und hoffe es hilft.
Ab hier übernehme ich die Führung und darf das Tempo angeben. Trotz dem Schwindel genieße ich die Landschaft hier, es ist wunderschön.

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Oben angekommen, gibt mir Allgood noch eine Was-Auch-Immer-Salztablette und wir laufen noch drei Meilen weiter bis zu einem Bach.
Hier campen wir, ich esse eine gute Portion Reis mit Bohnen und mache mir eine heiße Schokolade. Dann nehme ich eine von Allgoods blauen Schlaftabletten und gehe um 21 Uhr ins Bett.
Hoffentlich geht’s mir morgen wieder besser!
Gute Nacht,
Eure Princess Cheezy

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4 Kommentare on “Etappe 67: Wyoming!!!

  1. Puh…war wohl alles ein bisschen viel heute,was? Erst das Handy dann die Jungs…da kann’s einem auch mal schwindelig werden! Ich wünsche dir du schläfst gut und das es dir morgen besser geht! Ist doch der Hammer was du schon alles geschafft hast!!!
    Was sind das eigentlich für Dinger um deine Knöchel? Plastiktüten? Gutes weiter wandern in Wyoming!!!??

  2. Hi Cheezy,
    was eine Etappe!
    Handy weg, Jungs weg, Elektrolyte weg…….
    Aber dann……Die Grenze. Und da ist dir natürlich wieder der Gaul durch.
    Du weißt schon, dass (auch das nett gemeinte) bemalen von Schildern, eine Sachbeschädigung von Staatseigentum ist? OK ihr habt ja nur eure Namen hingeschrieben…Super. Hoffentlich habt ihr auch gleich eine Kopie vom Ausweis drangeheftet, damit die armen Ermittler nicht den ganzen Tag im Internet suchen müssen, wer hinter den Trailnamen steckt.
    Immerhin kann ich dich insofern beruhigen, dass laut einem BGH Urteil vom 14.09.04 der auf die BRD entfallende USt-Anteil nicht im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen ist.
    OK du bist gerade im Ausland, Jaja, aber dass ist dann ja wohl Haarspalterei.
    Wir alle werden dir diesen Ausrutscher entschuldigen, da du „unterelektolytet“ ( gibts das Wort überhaupt?) da durch getaumelt bist. Da macht man schon mal den ein oder anderen Blödsinn.
    Esel werden zu Pferde……..wann genau hast du diese „kleine blaue Tablette“ von Allgood genommen?????? Schlaftablette. Hm ja Klar, was sonst? und meine Oma läuft die letzte Etappe auf einem Bein hüpfend mit.
    Sei froh, dass du nur über umgefallene Bäume klettern musstest. Stell dir vor die wären noch gestanden? Das hätte ich gerne gesehen.
    Alles in Allem gibts hier extra Punkte für das gelungene Aufpeppen der Etappe.
    Weiter so!
    LG

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