Allgemein, CDT 2016

Etappe 21: South Rim Trail & Highway 117

Di., 10.05.2016 / 20 Meilen

Immer wieder wache ich von Koyoten-Gebell auf. Als ich gerade wieder eingeschlafen bin und träume, dass mir jemand eine CD mit den falschen Einspielern gegeben hat (scheine wohl noch verarbeiten zu müssen), weckt uns Wildernessie.
Also raus aus den, leider schon wieder leicht feuchten, Federn.

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Die ersten vier Meilen laufen wir auf dem South Rim Trail des El Malpais. Auf unserer Karte ist das eine Alternativroute zum Highway, die am Ende allerdings durchs Unterholz führt und steil wird. Das wussten wir und haben es gern in Kauf genommen, um dem Highway ein Stück zu entkommen.
Das steile Stück ist allerdings ganz schön happig. Es gibt keinen Weg, nur einen trockenen Wasserfall, durch den wir uns langsam nach unten tasten. Mir macht es total Spaß, Wildernessie schwitzt und hat Spaß und Pegleg kämpft sich auch durch, findet es aber machbar.

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Unten angekommen werden wir mit einem tollen Bilck auf den Ventana Arch, einen Steinbogen, belohnt (allerdings hätten wir den auch vom Highway aus gehabt, aber so war’s viel spannender…).

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Dann geht es weiter der Straße entlang. Nach etwa zwei Meilen kommen wir zu einer Weggabelung und einem privaten Wasserdepot, an dem wir unsere Flaschen auffüllen können. Es ist unglaublich toll, dass die Menschen den Wanderern so viel helfen! Vielleicht sollte ich Westweg-Trail-Angel werden, aber bei uns kommt man ja überall an Wasser. Mal überlegen…
Hier am Parkplatz müssen wir uns entscheiden, ob wir die Alternative durch den Bonita-Zuni-Canyon gehen, die zehn Meilen länger ist, dafür interessanter, oder ob wir bis Grants auf dem Highway weiter laufen, was komischerweise momentan der offizielle CDT ist. Eigentlich war klar, dass wir die längere Route nehmen, aber Pegleg warf mal ein, dass sie vielleicht lieber die kürzere Route nehmen würde, weil sie so bald wie möglich ihre mutierende Blase an der Ferse einem Arzt zeigen möchte. Wildernessie ist sowieso unter Zeitdruck und freut sich, wenn wir früher in Grants sind, würde aber auch gern die schönere Route gehen. Bis auf den Zeitdruck geht’s mir genauso. Nach langem Überlegen entscheiden wir uns für den Highway. Also los!

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Nach ein paar Meilen tanken wir Wasser an einer Ranger-Station und weiter geht’s. Etwa 13 Meilen vor Grants suchen wir nach einem Camp. Leider ist der Highway rechts und links mit hohen Zäunen umgeben. Um nach Grants zu laufen, ist es zu spät und trampen wollen wir nicht, denn wir wollen jeden Schritt von Mexiko bis Kanada selbst gemacht haben.
Nach einer Weile kommt eine Einfahrt mit Tor aus Draht mit einen „Kein Durchgang“-Schild. Da es aber unsere einzige Chance ist, krabbeln wir schnell untendurch und verstecken unsere Zelte hinter ein paar Bäumen. Richtig wohl ist uns nicht, aber es bleibt uns nichts anderes übrig.

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In der Ferne hören wir den großen Highway 40 und um uns herum zirpen die Grillen.
Das Laufen auf dem Highway, der zum Glück nicht stark befahren ist, ist unglaublich anstrengend. Der Teer ist furchtbar hart, immer etwas seitlich abfallend. Man macht permanent die gleichen Bewegungen, was relativ schnell dazu führt, dass Füße, Knie und Hüfte schmerzen. Ich höre zwischendurch immer wieder Musik, dann fällt das Laufen leichter. Oder Pegleg und ich singen zusammen. Die wunderschöne und unendliche Weite, die uns umgibt, macht mich trotzdem glücklich. Es ist so schön, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen.
Vor uns liegt Mount Taylor (3447 müM), der höhste Punkt New Mexicos, den wir in ein paar Tagen erklimmen werden.

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Gute Nacht Ihr Lieben!
Eure Moni

PS: Was für eine Unverschämtheit, frische Trauben auf den Highway zu werfen, wo wir doch seit 14 Tagen nichts Frisches mehr zu essen hatten!

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5 Kommentare on “Etappe 21: South Rim Trail & Highway 117

  1. Liebe Moni,

    ich freue mich total das es dir mittlerweile so gut geht und es, trotz Anstrengung, genießen kannst. Immer schön am Abend von dir zu lesen!! Danke fürs schreiben und fotografieren!

  2. Hi Moni,

    …dieses Traumszenario kenn ich irdenwie 🙂
    Das hab ich in mehreren Varianten auf Lager.
    Wie immer super Fotos dabei.
    Einen klitzekleinen Wunsch hätte ich aber.
    Könntest du bitte von dieser Etappe noch folgende Fotos nachliefern:

    1 . mutierende Blase
    2. Nahaufnahme der Traube.. Ok,vielleicht musst du da nochmals zurück…
    3. Highway rechts und links mit hohen Zäunen
    4. Wildernessie schwitzend

    LG

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